Vacheron Constantin: Overseas Automatik Extra-Flach mit neuem Manufakturkaliber 2550
Vacheron Constantin zählt seit langem zu den Spezialisten, was besonders flach bauende Uhrwerke angeht. Mit dem neuen, extraflachen Manufakturkaliber 2550 stellt die Genfer Manufaktur nach 7-jähriger Entwicklungszeit ein 2,4 mm dünnes Automatikkaliber vor, das sich durch eine innovative Architektur und konstruktive Maßnahmen zur Leistungssteigerung auszeichnet. Dabei war es von Anfang an nicht das Ziel Vacheron Constantins, in den Wettlauf um die flachste Uhr der Welt einzutreten. Vielmehr richtete sich das Augenmerk auf Performance, Tragbarkeit und Ästhetik. Interessanterweise debütiert das neue Werk nicht etwa in einer Kollektion wie Patrimony oder Traditionnelle, die für ihre eleganten, oft sehr flachen Dresswatches bekannt sind, sondern in der sportlichen Overseas. Dabei ist die neue Overseas Automatik Extra-Flach gleichzeitig die erste Overseas in Platin.
Platingehäuse: Vacheron Constantin Overseas Automatik Extra-Flach
Vacheron ConstantinExtra-flach – aber leistungsorientiert
Das neue Automatikkaliber 2550 mit Mikrorotor tritt die Nachfolge des bekannten Vacheron-Kalibers 1120 an und setzt neue Maßstäbe bei der Kombination aus Bauhöhe, Gangreserve und Effizienz. Mit einer Höhe von 2,4 mm gehört das Kaliber 2550 zu den flachsten Automatikwerken seiner Klasse. Bemerkenswert ist dabei weniger die absolute Höhe als vielmehr die erreichte Leistung: Trotz der kompakten Bauweise bietet das Werk eine Gangreserve von80 Stunden. Diese Kombination stellt eine der zentralen Herausforderungen bei extraflachen Kalibern dar. Während geringe Bauhöhen traditionell mit einer reduzierten Energieautonomie einhergehen, verfolgt Vacheron Constantin hier einen anderen Ansatz. Ziel war es, die Effizienz zu steigern, ohne die Bauhöhe zu erhöhen.
Vacheron Constantin: Kaliber 2550, Werkseite
Vacheron ConstantinMikrorotor und Doppelfederhaus
Kern des Konzepts ist eine vollständig neu gedachte Werkarchitektur mit drei zentralen Elementen: Mikrorotor, Doppelfederhaus und ein kompaktes Räderwerk. Der Mikrorotor ist direkt in die Werkplatine integriert und besteht aus 950er Platin. Durch diese Integration entfällt die zusätzliche Höhe eines klassischen Zentralrotors, während die hohe Dichte des Materials die Aufzugseffizienz sicherstellt. Entscheidend für die hohe Gangreserve ist das sogenannte schwebende Doppelfederhaus. Zwei übereinander angeordnete Federhäuser arbeiten in Serie, sind jedoch in umgekehrter Orientierung konstruiert und auf einem gemeinsamen Steg gelagert. Diese Anordnung ermöglicht es, auf einzelne Bauteile wie den Federhausdeckel oder das Sperrrad zu verzichten, was wiederum Platz spart. Gleichzeitig sorgt die serielle Kopplung für ein gleichmäßiges Drehmoment über die gesamte Laufzeit hinweg.
Räderwerk auf einer Ebene
Die Integration dieser Komponenten erforderte eine grundlegende Neugestaltung des Räderwerks. Es ist vollständig auf einer Ebene angeordnet und umfasst fünf Räder, von denen zwei auf Kugellagern laufen. Diese Konstruktion reduziert die Bauhöhe weiter und verbessert gleichzeitig die Effizienz und Stabilität des Werks. Die Unruh arbeitet mit einer Frequenz von 3 Hertz (21.600 Halbschwingungen pro Stunde), was im Kontext eines extraflachen Werks eine ausgewogene Balance zwischen Energieverbrauch und Präzision darstellt.
Finissage und Genfer Punze
Trotz des technischen Fokus bleibt die traditionelle Finissage integraler Bestandteil. Die Werkplatte ist kreisförmig perliert, die anglierten Brücken mit Genfer Streifen verziert. Auch Details wie die azurierte obere Federhaustrommel oder der dekorierte Mikrorotor mit poliertem Windrosenmotiv auf gekörnter Oberfläche zeigen, dass Vacheron Constantin noch mehr als viele andere technisch hochstehende Marken ein besonderes Augenmerk auf die ästhetische Ausarbeitung legt. Das Kaliber ist zudem mit der Genfer Punze zertifiziert, was anspruchsvolle konstruktive wie qualitative Anforderungen an das gesamte Werk stellt.
Historische Einordnung
Das Kaliber 2550 steht in direkter Tradition früherer extraflacher Werke der Manufaktur. Bereits 1955 stellte Vacheron Constantin mit dem Kaliber 1003 ein Handaufzugswerk mit nur 1,64 Millimetern Höhe vor, das etwa den Maßen eines 50-Rappen-Stücks entsprach. 1968 folgte mit dem Kaliber 1120 eines der bedeutendsten extraflachen Automatikwerke, das mit seinen 2,45 mm Höhe über Jahrzehnte als Referenz galt. Das neue Kaliber greift diese Linie auf, interpretiert sie jedoch mit aktuellen technischen Lösungen neu – insbesondere im Hinblick auf Energieeffizienz und Werkarchitektur.
Premiere in der Overseas
Sein Debüt feiert das Kaliber 2550 in der neuen Overseas Automatik Extra-Flach, einer auf 255 Exemplare limitierten Edition. Das Gehäuse misst 39,5 mm im Durchmesser bei einer Höhe von nur 7,35 mm und besteht aus 950er Platin. Dabei verwendet Vacheron Constantin eine Platinlegierung, die neben Kupfer auch Gallium enthält und dadurch eine deutlich erhöhte Härte und Widerstandsfähigkeit aufweist. Laut Marke liegt die mechanische Belastbarkeit um ein Vielfaches über der konventioneller Platinlegierungen. Das Zifferblatt der Uhr ist lachsfarben ausgeführt und greift damit eine Gestaltungstradition auf, die sich bei historischen Modellen der 1940er-Jahre findet. Die reduzierte Anzeige beschränkt sich auf Stunden und Minuten. Neben dem Gehäuse ist auch das austauschbare Armband der bis 50 Meter wasserdichten Overseas aus Platin gefertigt; die Dreifachfaltschließe wiederum besteht aus Weißgold. Vacheron Constantin liefert die Uhr mit zwei zusätzlichen Bändern aus: einem beigen Kautschuk- und einem dunkelbeigen Nubuk-Alligatorband – jeweils mit Platin-Faltschließe.
Die Overseas Automatik Extra-Flach wird mit drei Bändern ausgeliefert.
Vacheron Constantin