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Leidenschaft: Uhren-Ikonen

Leidenschaft: Uhren-Ikonen
© Ebner Media Group
Soweit ich zurückdenken kann, habe ich mich für Uhren interessiert. Da ich in den 1980er Jahren aufgewachsen bin, spielten mechanische Uhren in meiner Kindheit praktisch keine Rolle und ich wusste nicht einmal, dass es so etwas gibt. Ich wuchs mit Casio auf und später mit Swatch. Ich habe immer noch diese erste Casio, die mir meine Eltern während eines Urlaubs in Großbritannien gekauft haben. Erst in den späten 1990er Jahren begann ich mich für mechanische Uhren zu interessieren. Das hatte wohl auch mit den Preisschildern dieser Uhren zu tun, obwohl eine schöne klassische mechanische Uhr von Omega damals gar nicht unbedingt so teuer sein musste. Blut geleckt habe ich erst so richtig als ich diese antike Omega Speedmaster Professional im Schaufenster eines Geschäfts für gebrauchte Uhren in Den Haag gesehen habe. Ich wusste damals nicht viel über ihre Geschichte, außer dass es sich um die sogenannte “Moonwatch” handelte. Nach ein paar Tagen Recherche im Internet (das war 1999, daher waren die Quellen noch etwas beschränkt) beschloss ich, dass ich diese Uhr haben musste. Da ich damals Student war, kostete mich die Finanzierung viel Mühe und ich erinnere mich, dass ich nach dem Kauf lange von Brot und Wasser lebte. Aber ich war glücklich! Diese Speedmaster habe ich immer noch und es wird wahrscheinlich die letzte Uhr sein, die jemals meine Sammlung verlassen wird. Es ist eine Speedmaster Professional Moonwatch von 1967 mit dem Kaliber 321 und einer Schaltrad-Chronographensteuerung. Über die Jahre habe ich sie Stück für Stück restauriert und es ist eine schöne vollständige Moonwatch, die ich heute bei einem besonderen Anlass trage. Auf diese Speedmaster folgten noch zahlreiche weitere Speedmaster. Einige, um sie zu behalten, andere um damit andere Uhren einzutauschen.

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Über die Jahre begann ich, an klassischen Uhren Geschmack zu finden. Uhren wie die Patek Philippe Nautilus, Audemars Piguet Royal Oak, IWC Ingenieur, Rolex Submariner, Breitling Navitimer und so weiter. Uhren, die für die Uhrenindustrie von Bedeutung waren oder immer noch sind. Ich sammle Uhren-Ikonen Während andere Leute Pilotenuhren, Taucheruhren, Uhren von unabhängigen Uhrmachern oder ausschließlich Uhren einer bestimmten Marke sammeln und kaufen, bevorzuge ich beim Kauf klassische Zeitmesser, die mir gefallen und die sich für den Alltagsgebrauch eignen. Ich kann mir keine Uhren leisten, die im Tresor ihr Dasein fristen.
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Die Audemars Piguet Royal Oak 15202ST von 2006 habe ich 2009 für 7.500 Euro gekauft © Copyright ByBBR
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Eines meiner Lieblingsmodelle in meiner gegenwärtigen Uhrensammlung ist die Audemars Piguet Royal Oak. Ich liebe dieses Modell seit der Minute, als in den 1990er Jahren mein Blick darauf fiel. Aber lange Zeit war die Uhr für mich finanziell unerreichbar. Als ich meine erste Royal Oak kaufte, war ich ungeheuer aufgeregt. Es war dasselbe Gefühl wie beim Kauf jener ersten Speedmaster. Ich trage meine Royal Oak 'Jumbo' Ref. 15202 (2006) sehr oft, denn es ist eine sehr flache und bequeme Uhr. Es ist das Modell aus der AP Kollektion, das der ersten Royal Oak von 1972 sehr nahe kommt. Audemars Piguet hat eine ganz neue Version dieser Uhr, die dem Original dank des Zifferblattes noch näher kommt, gerade im Januar in Genf vorgestellt. Das Werk AP Kaliber 2121 im Inneren ist besonders interessant, es basiert auf dem Jaeger-LeCoultre-Werk Kaliber 920 (das JLC nie einsetzte) und es ist einschließlich des Rotors nur 3,05 Millimeter hoch. In den 1970er Jahren wurde dieses Werk auch in anderen Uhren verwendet. Patek Philippe benutzte es in den frühen Nautilus Ref. 3700/1 Modellen und Vacheron Constantin in ihren '222' (jetzt Overseas) Modellen. Audemars Piguet ist der einzige Hersteller, der dieses Werk heute immer noch verwendet, in der Royal Oak 15202 'Extra-Thin'. Das wunderbare handgefertigte Zifferblatt mit seinem “Clous de Paris” (Hufnagelmuster), die Verbindung von sorgfältig gebürsteten und polierten Oberflächen auf Gehäuse und Armband, das sehr flache Automatik-Werk mit schön graviertem Rotor und die Tatsache, dass es sich um eine Monocoque-Gehäusekonstruktion handelt, das alles macht diese Uhr zu einem wahren Kultgegenstand. In all diesen Jahren habe ich gelernt, dass nicht alle denselben Geschmack haben (glücklicherweise) und obwohl die Royal Oak als Klassiker gilt, gibt es nur wenige Leute, denen das stählerne Basismodell Royal Oak 15202 'Jumbo' (oder 'Extra-Thin' wie AP es jetzt nennt) gefällt. Es ist eine Uhr, die man auf den ersten Blick liebt oder hasst. Manche der Leute, die zu der Hass-Gruppe gehören, lernen sie zu mögen und zu schätzen nachdem sie sich etwas länger mit Uhrensammeln beschäftigt haben.
Die Einführung der neuen Royal Oak 15202 'Extra-Thin' und die Royal Oak Ausstellungen, die Audemars Piguet zum 40. Geburtstag dieses Modells veranstaltete, haben dazu beigetragen, diese besondere Uhr wieder ins Rampenlicht zu rücken. Nicht nur die Preise der neuen Modelle haben einen Sprung nach oben gemacht, es wurde damit auch ein ausgezeichneter Anreiz für eine Wertsteigerung aller vorangegangenen Modelle gegeben. Ich betrachte Uhren nicht als eine Vermögensanlage, aber es ist gut zu wissen, dass man mit einer Uhr keinen Verlust macht, wenn der Tag kommt, an dem man sie verkaufen will (oder muss). Robert-Jan Broer, Jahrgang 1977, lebt in den Niederlanden. Seine Leidenschaft sind Uhren. Er ist Autor bei verschiedenen Uhrenzeitschriften und betreibt seit 2004 den Blog Fratellowatches. Auf Watchtime.net stellen wir Ihnen seine Artikel auf Deutsch zur Verfügung: www.fratellowatches.com
IWC Omega Omega Moonwatch Patek Philippe Breitling Audemars Piguet Omega Speedmaster Audemars Piguet Royal Oak

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